Der Innere Wert der Shareholder Value Beteiligungen AG belief sich zum 30. Juni 2026 auf 106,04 Euro je Aktie und lag damit 7,8 % unter dem Jahresanfangswert von 115,06 Euro. Auf Basis des Xetra-Schlusskurses vom 30. Juni 2026 von 69,50 Euro ergibt sich weiterhin ein signifikanter Abschlag zum Inneren Wert von über 34,5 %.
Der größte negative Wertbeitrag im Juni resultierte aus der Beteiligung secunet Security Networks AG. Als Anbieter von IT-Sicherheitslösungen mit hohem Umsatzanteil im Behörden- und Verteidigungsumfeld reagierte der Kurs auf die Entspannung im Nahen Osten nach dem Ende des Iran-Kriegs mit einem Rückgang von 17 %.
Gegenläufig entwickelte sich die auf der Hauptversammlung erstmals vorgestellte neue Position MTU Aero Engines. Der Kurs stieg im Juni von rund 300 auf 364 Euro, ein Anstieg von 21 %. Zum 30.6.2026 machte MTU Aero Engines 4,1 % des Portfolios aus. Die Position steht zugleich exemplarisch für unsere neue strategische Ausrichtung (siehe unten): ein liquider Titel mit einem Geschäftsmodell hoher Qualität, dessen fundamentale Entwicklung sich über fünf Jahre verlässlich modellieren lässt.
Ebenfalls positiv entwickelte sich Intershop Communications mit einem Kursanstieg von 40 % im Juni. Unter dem neuen Management wurde der Barmittelabfluss gestoppt und das Unternehmen stabilisiert. Wir sehen weiterhin sehr positive Perspektiven für die Gesellschaft, wenn es gelingt, im Rahmen einer strategischen Partnerschaft die vorhandenen technologischen Potenziale zu nutzen und in Verkaufserfolge umzumünzen.
Bei Famicord wurde nach der Hauptversammlung ein Downlisting aus dem Prime Standard in das Segment Scale der Deutschen Börse beschlossen. Wir verstehen das Downlisting zum einen als Kostenmaßnahme, die ab 2027 die Profitabilität der Firma verbessert; zum anderen dürfte es aufgrund der geringeren regulatorischen Anforderungen mittelfristig eine Übernahme erleichtern. Als Ankeraktionär sind wir gegen etwaige negative Implikationen des Downlistings weitgehend abgesichert und begrüßen daher die Vorgehensweise. Auf der Hauptversammlung teilte das Management mit, dass das Unternehmen aktuell über der eigenen, bewusst konservativen Planung liegt.
Strategische Neuausrichtung der SVB
Auf der diesjährigen Hauptversammlung unserer Gesellschaft stellte Helmut Fink die Ergebnisse der strategischen Überprüfung der SVB vor. Unser Ziel ist es, aus den Ergebnissen der Vergangenheit die richtigen Schlüsse zu ziehen, sodass wir in der Zukunft für die Aktionäre eine attraktive Rendite bei gleichzeitig hoher Sicherheit realisieren können.
Die folgende Grafik zeigt die Analyse der Wertbeiträge der einzelnen Positionen von Mitte 2021 bis Mai 2026:

Die negativen Wertbeiträge von sieben Titeln (Secunet, Intershop, AOC Value/Agfa, Armira/Sartorius, SMT Scharf, Accelertio/GFK-Nielsen-IQ) summieren sich in diesen fünf Jahren auf 97,6 Euro je Aktie – d.h. auf rund 50 % des Inneren Wertes zu Beginn des Betrachtungszeitraums.
Die Erkenntnisse aus den dahinter liegenden Entwicklungen lassen sich in vier Eckpunkten zusammenfassen, die die Basis für die zukünftigen Investitionsentscheidungen der SVB bilden:
- Bewertungsmethodik: SVB investiert auf Basis eines 5-Jahres-Zielmodells. Für jedes Unternehmen wird die fundamentale Entwicklung für diesen Zeitraum modelliert und eine Zielbewertung für den Zeitpunkt in fünf Jahren ermittelt. Unternehmen, für die eine solche Modellierung nicht mit hinreichender Sicherheit möglich ist oder für die uns das notwendige Industrieverständnis fehlt, scheiden als Investitionsziele aus. Aus dieser Bewertungsmethodik ergibt sich zugleich ein regelbasierter Verkaufszeitpunkt: Wird die erwartete Rendite auf den Zielwert zu klein – etwa durch Kurssteigerungen –, wird in Titel umgeschichtet, die eine höhere Rendite versprechen.
- Risiko- und Positionsgewichtung: SVB wird maximal 10 % des Portfoliowertes in einen einzelnen Titel investieren (bezogen auf den Einstandszeitpunkt) und die Positionsgröße bei steigenden Kursen auf maximal 15 % des Marktwertes des Portfolios begrenzen.
- Liquidität der Positionen: SVB wird Neuinvestitionen nur noch in Titel vornehmen, für die eine ausreichende Handelsliquidität gegeben ist. Damit erhalten wir die Möglichkeit, flexibel auf Entwicklungen zu reagieren – zum Beispiel auf Kursveränderungen oder fundamentale Veränderungen im Geschäft. Eine Konsequenz dieser Ausrichtung ist, dass wir unsere Research-Aktivitäten auf Titel konzentrieren, die diese Liquiditätsbedingung erfüllen. Für bestehende illiquide Positionen gilt Bestandsschutz insoweit, als wir sie nicht unter Zeitdruck veräußern; wir werden sie jedoch konsequent auf Möglichkeiten der Wertrealisierung hin prüfen.
- Geschäftsmodell versus Unterbewertung: Eine statische Unterbewertung eines Unternehmens ist für sich genommen kein Investitionsgrund. Löst sich die Unterbewertung nicht auf oder sinkt die Qualität des Geschäfts über die Zeit sogar, ist trotz Unterbewertung mit einer unattraktiven oder negativen Rendite für den Aktionär zu rechnen. SVB wird daher nur noch in Unternehmen investieren, die aufgrund der Qualität ihres Geschäftsmodells und ihrer Marktstellung ihren Wert über die Zeit steigern können – und nur dann, wenn sich dies über fünf Jahre modellieren lässt. Die Unterbewertung zeigt sich in diesem Ansatz nicht in einer statischen Betrachtung, sondern in der geschätzten Aktionärsrendite (TSR – Total Shareholder Return) über fünf Jahre. Diese speist sich aus zwei Quellen: der Fähigkeit des Unternehmens, Cashflow zu erwirtschaften und in Schuldenrückführung, Dividenden und Aktienrückkäufe zu allokieren, sowie dem Wachstum der Ertragskraft im Prognosezeitraum. Eine Sicherheitsmarge ergibt sich aus dem Abstand des ermittelten TSR zu einer Mindestrendite (Hurdle Rate) von 10 %.
Wir sind überzeugt, dass wir unter Einhaltung dieser Regeln über die Zeit ein sehr attraktives Portfolio zusammenstellen können. Der Umbau des Portfolios wird allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da unsere Handlungsmöglichkeiten bei mehreren Positionen eingeschränkt sind. Wie das Beispiel Intershop im Juni zeigt, bestehen jedoch auch bei diesen Positionen im Vergleich zu den derzeitigen sehr gedrückten Kursen attraktive Optionen zur Wertrealisierung bzw. zu einem positiven Beitrag zur Entwicklung des inneren Wertes.
In Summe sind wir sehr zuversichtlich, dass es gelingen wird, die SVB wieder auf den langfristigen Erfolgskurs zurückzuführen.
Die gesamte Präsentation der Hauptversammlung können Sie unter folgendem Link abrufen: Präsentation HV 2026.
Wir bedanken uns sehr herzlich für die rege Teilnahme unserer Aktionäre an der diesjährigen Hauptversammlung und für das uns entgegengebrachte Vertrauen!